Onkologische Forschung

Ein Forschungsschwerpunkt

Der Hauptschwerpunkt der Gruppe in der pharmazeutischen Forschung liegt auf der Onkologie. 50 % unseres Budgets fliessen in die medizinische Forschung, was uns zum zweitgrössten französischen Pharmaunternehmen auf dem Gebiet der Krebsforschung macht. 

Hoher medizinischer Bedarf

Unsere onkologische Forschung stützt sich auf Bereiche, in denen der medizinische Bedarf am höchsten ist:

  • Solide Tumore, besonders Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Karzinome der oberen Luft- und Speisewege oder Karzinome im Urogenitaltrakt;
  • Hämatologische Erkrankungen, einschliesslich Lymphom, Myelom und insbesondere Leukämie

Pflanzliche Wirkstoffe zur Krebsbekämpfung

pervenche-tropicale.jpg Aktivere und besser verträgliche natürliche Moleküle

Anfang der 1980er-Jahre nahmen die Laboratoires Pierre Fabre ihre Krebsforschung auf, indem sie eine Kooperation mit dem französischen staatlichen Forschungsinstitut CNRS zur Entwicklung eines Krebsmittels unter Verwendung des tropischen Immergrüns eingingen. Aus dieser Kooperation ging Navelbine®1 hervor. Heute ist Navelbine®1 eines der wichtigsten Medikamente der Gruppe und das erste Krebsmedikament, das in den USA zur Behandlung von Lungenkrebs zugelassen wurde. Es ist einer der grössten Erfolge der Gruppe.

Unsere Forschungs- und Entwicklungsteams arbeiten derzeit an der Entdeckung und Entwicklung noch aktiverer und besser verträglicher natürlicher Moleküle.

Biotherapeutika

cipf.jpg Neues Peptid in der Onkologie

Im Februar 2014 wurde mit dem indischen Unternehmen Aurigen ein Einlizenzierungsvertrag zur Entwicklung eines Peptids geschlossen, dessen Antitumoraktivität von den Forschungs- und Entwicklungsteams der Laboratoires Pierre Fabre untersucht werden wird.

International anerkanntes Fachwissen

Das Centre d’Immunologie Pierre Fabre (CIPF) [Pierre Fabre Zentrum für Immunologie] in Saint-Julien-en-Genevois verfügt über eine international anerkannte wissenschaftliche Expertise bei der Entdeckung und Charakterisierung krebshemmender monoklonaler Antikörper. Monoklonale Antikörper zeichnen sich insbesondere durch ihre sehr zielgerichtete Wirkung aus: Sie binden sich nur an spezifische Rezeptoren bestimmter Tumorarten.

Dies steigert ihre Effektivität und Verträglichkeit.


Die Forschungsteams des CIPF haben andere monoklonale Antikörper entwickelt, die das Interesse anderer Pharmakonzerne geweckt haben:

  • Im Jahr 2010 wurde mit Abbot eine Lizenzvereinbarung zur Entwicklung eines monoklonalen Antikörpers unterzeichnet, der im Onkologiebereich sehr vielversprechend ist.

Dieser Erfolg hat uns dazu veranlasst, an der Herstellung klinischer Chargen von monoklonalen Antikörpern für die Entwicklung von Kandidaten bis zur Phase II zu arbeiten.

Dank der neuen Biotech-Anlage für Antikörper sind wir das einzige Pharmaunternehmen in Frankreich, das seine Forschungs-, Entwicklungs- und Herstellungsanlagen für klinische Chargen an ein und demselben Standort untergebracht hat.

Immunkonjugate

immuno-conjugue-oncologie.jpg

Immunkonjungate stellen derzeit eine wachsende therapeutische Klasse zur Krebsbehandlung dar. Diese Moleküle, die ein Protein (biologischen Ursprungs) mit einem zytotoxischen Agenz (synthetischen oder pflanzlichen Ursprungs) verknüpfen, ermöglichen es, diese Wirkstoffe zu Krebszellen zu leiten, ohne gesunde Zellen anzugreifen. Unsere Forschungsteams verfügen über sich ergänzende Expertise zur Identifikation, Herstellung und Evaluierung dieser Moleküle, indem sie das Know-how über die in Saint-Julien-en-Genevois entwickelten, zielgerichteten Biotherapeutika, die im Toulouse Oncopole-Campus erforschten, zytotoxischen Agenzien, sowie das chemische Wissen der Teams in Toulouse und Castres (Péraudel) verbinden.

Zielgerichtete Therapien (“Targeted Therapies”)

  • Im Jahr 2015 wurde eine globale Partnerschaft mit Array BioPharma Inc. unterzeichnet für die Entwicklung und Kommerzialisierung zweier innovativer Onkologiemoleküle, die sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden: Encorafenib3 und Binimetinib2 (Melanom und Kolorektalkarzinom).

Nähe zu praktizierenden Ärzten

crdpf2.jpg

Ein Grossteil unserer Krebsforschungsteams befindet sich auf dem Toulouse Oncopole-Campus. Dieser Campus, der eine wesentliche Einrichtung des CAPTOR-Projekts (Cancer Pharmacology of Toulouse and Region) darstellt und als nationales Exzellenzzentrum für die Krebsforschung gilt, bringt öffentliche und private Forschungseinrichtungen, Ärzte, Krankenhausmitarbeiter und Patienten zusammen. Auf diese Weise wird eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschern und Pflegepersonal ermöglicht und ein Beitrag zum besseren Verständnis von Krankheiten und deren Verlauf geleistet. Je enger die Verbindung zwischen Forschungslaboren, Ärzten und Patienten ist, desto schneller können Patienten von den neuesten und effektivsten Behandlungsmethoden profitieren.

Information

1 Weitere Informationen zu Navelbine® (Vinorelbin) auf www.swissmedicinfo.ch.

2,3 Encorafenib und Binimetinib werden aktuell in klinischen Studien untersucht und sind in der Schweiz nicht zugelassen [Stand der Information: März 2018].